Hvide Sande

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Einfach mal spontan ins Auto setzen und in unbekannte Gegenden aufbrechen, schauen, was die Welt für wunderschöne Orte zu bieten hat. Den Horizont erweitern. Genau das haben wir letztes Wochenende gemacht und sind nach Dänemark gefahren, genauer: nach Hvide Sande, dem menschenleeren Paradies an der Nordseeküste. Über 1000km weit entfernt, haben wir Stuttgart einfach mal hinter uns gelassen.

Belohnt wurden wir mit einem unglaublich harmonischen Zauber.

Kaum hatten wir das kleine Örtchen Nørre Nebel hinter uns gelassen, eröffnete sich mit einem Mal eine einmalige Landschaft vor uns: Meterhohe Dünen, die beinah wie die Kraterlandschaft des Mondes wirkten, alles überwachsen mit Strandhafer, rechts von uns der Fjord, links das Meer (das man durch die hohen Dünen von der Straße aus kaum zu Gesicht bekommen hat) und dazu dieses besondere Licht! Die Sonne neigte sich dem Untergang zu, dadurch war alles in ein warmes Gold gehüllt, das vom Strandhafer reflektiert wurde. Ich hab soetwas noch nie gesehen. Es war magisch.

Wenige Minuten später hatten wir unseren kleinen Bungalow erreicht, nur durch eine Düne vom Meer getrennt. Wir konnten es gar nicht erwarten, endlich den Sand unter den Füßen zu spüren. Wir kletterten die Düne hinauf und konnten gar nicht begreifen, was für ein Anblick sich uns bot. Vor uns lag das brausende Meer, die Sonne schien imposant durch die Wolken hindurch und bis zum Horizont war außer uns keine Menschenseele zu sehen. Wirklich niemand. Nur die Möwen leisteten uns Gesellschaft. Schon mit der ersten Minute wurden wir für die lange Autofahrt entlohnt und konnten die Seele baumeln lassen.

Ich habe selten so einen Frieden in mir gespürt wie an diesem Ort. Alles war harmonisch und der Alltagsstress weit entfernt. Eine wahrhafte Ruheoase. Nicht nur den Strand, selbst den nahegelegenen Leuchtturm hatten wir ganz für uns allein. Als wir anschließend den Fjord umfuhren und immer wieder an schönen Plätzen Halt machten, war es wie im Bilderbuch. Wir waren allein. Ab und zu begegneten wir mal einem einzelnen Spaziergänger oder erblickten im Zentrum der Städtchen ein händchenhaltendes Liebespaar oder sahen kleine Kinder auf den vielen Trampolinen herumspringen. Aber größtenteils waren wir die einzigen, wo auch immer wir hinkamen. Kein Verkehrslärm, kein Stadtlärm, nur das Rauschen des Meeres oder des Windes, Vogelgezwitscher oder Möwengeschrei.

Obwohl wir insgesamt nur zwei Tage an diesem einzigartigen Ort verbringen konnten (von Freitagabend bis Sonntag Mittag – am Montag musste ich leider wieder in der Uni sein), waren wir so erholt wie nach einem ganzen Monat Urlaub. Es kommt eben nicht darauf an, dem Leben mehr Stunden, sondern den Stunden mehr Leben zu verleihen (frei nach Alexis Carrel), was dieser kleine Küstenstreifen definitiv in uns bewirkt hat.

Wer einmal eine Auszeit vom stressigen, lauten Stadtleben braucht, dem sei Hvide Sande ans Herz gelegt.

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